Sportwetten-Anbieter mit deutscher Erlaubnis: Ein Vergleich

Updated Oktober 2026
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Wer in Deutschland Sportwetten platzieren will, hat inzwischen eine überschaubare Auswahl: Wer auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder steht, darf legal anbieten, alle anderen sind per Definition unerlaubt. Hier erfahren Sie, wie sich die zehn gelisteten Anbieter unterscheiden, welche gesetzlichen Rahmenbedingungen gelten und worauf Sie bei der Auswahl achten sollten.

Fünf Pokale aus Metall ohne Gravur stehen nebeneinander auf einem Regal, das Licht fällt von der Seite.
Auf der GGL-Whitelist ist für betway die Betway Limited als Betreiberin geführt, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.03.2021 und einer Folgeerlaubnis vom 23.12.2022.

Stand: 19 Oktober 2026 · Geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL)

Rechtslage: Wer in Deutschland Sportwetten anbieten darf

Seit dem 1. Juli 2021 regelt der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) den deutschen Markt. Erlaubnisse für Sportwetten im Internet vergibt ausschließlich die GGL nach § 9a Abs. 1 Nr. 3, § 27f Abs. 1 GlüStV; sie überwacht die Anbieter und kann Bußgelder verhängen (§ 28a). Die offizielle Whitelist nach § 9 Abs. 8 ist die einzige belastbare Quelle, um zu prüfen, ob ein Anbieter eine Erlaubnis besitzt. Der Stand vom 2. Oktober 2026 führt 30 Einträge: 27 Inhaber mit Sportwetten-Erlaubnis, zwei davon zusätzlich mit Pferdewetten, sowie drei weitere nur für Pferdewetten.

Ein Smartphone liegt mit dunklem Display auf einem Schreibtisch neben einem Schlüsselbund und einer Brille.
Generalanwalt Emiliou hält es in den Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24, Tipico) für möglich, unlizenzierte Wettanbieter zur Rückzahlung von Einsätzen zu verpflichten.

Eine erste Erlaubnis läuft fünf Jahre (§ 4c Abs. 1), die Whitelist nennt aber ausschließlich das Datum der Erteilung, nie ein Enddatum. Wer eine Erlaubnis besitzt, darf ausschließlich die in der Whitelist genannte Domain für Sportwetten nutzen. Eine Casino- oder Slot-Erlaubnis desselben Unternehmens gilt für andere Bereiche mit eigenen Regeln und erlaubt nicht automatisch Wetten.

Wer ohne diese Erlaubnis in Deutschland Sportwetten anbietet, betreibt unerlaubtes Glücksspiel (§ 4 Abs. 1 GlüStV). Eine Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta hat hier keine Bedeutung. Die GGL hat am 17. September 2026 ausdrücklich vor Angeboten „wie etwa Platincasino“ gewarnt. Strafrechtlich drohen dem Veranstalter bis zu zwei Jahre Haft oder Geldstrafe (§ 284 StGB), dem Werbenden bis zu einem Jahr; die Teilnahme kann mit bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe geahndet werden (§ 285 StGB). Ob einzelne Spieler tatsächlich verfolgt werden, ist nicht etabliert, weder ein Freifahrtschein noch ein Grund zur Dramatisierung.

Zivilrechtlich hat der Bundesgerichtshof am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) dem Europäischen Gerichtshof die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht. Ein Kläger fordert von Tipico über 3.700 € an Verlusten aus den Jahren 2013 bis 2018 zurück. Generalanwalt Nicholas Emiliou hat in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24) grundsätzlich für möglich gehalten, dass unlizenzierte Anbieter verlorene Einsätze erstatten müssen, sofern die Behörden die Lizenzpflicht aktiv durchgesetzt haben. Das ist kein Versprechen auf Rückzahlung im Einzelfall, aber ein Hinweis darauf, dass die zivilrechtliche Tür offen steht.

Was darf überhaupt gewettet werden? Festquotenwetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon, als Einzel- oder Kombiwette (§ 21 Abs. 1), und nur Wettarten, die die GGL im Sportwettprogramm zugelassen hat (§ 21 Abs. 5). Livewetten während eines laufenden Spiels sind nach § 21 Abs. 4 nur auf das Endergebnis oder auf seltene Ereignisse wie das nächste Tor oder den nächsten Satz erlaubt; der nächste Punkt im Tennis oder der nächste Korb im Basketball zählt nicht dazu. Verboten sind Wetten auf Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren, manipulationsanfällige Wetten und Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung. Auf Esports darf in Deutschland nicht gewettet werden, da die GGL Esports nicht als Sport anerkennt. Gewinne werden erst nach dem offiziellen Ereignisende ausgezahlt; einen gesetzlichen Höchsteinsatz pro Wette gibt es nicht.

Spielerschutz: OASIS, LUGAS und das gemeinsame Limit

Spielerschutz ist Pflichtbestandteil der deutschen Erlaubnis, nicht Marketing-Accessoire. Teilnehmen darf nur, wer mindestens 18 Jahre alt ist (§ 4 Abs. 3). Jeder Anbieter verlangt eine vollständige Verifizierung (§ 6a); vor der Verifizierung darf er höchstens 72 Stunden Spielbetrieb mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen erlauben.

Ein Notizbuch mit handgezeichneten Spalten und ein Bleistift liegen auf einem hellen Holztisch neben einem Glas Wasser.
Die GGL-Whitelist führt für bet365 die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta (Stand der Liste: 2. Oktober 2026).

Das Einzahlungslimit nach § 6c Abs. 1 beträgt standardmäßig 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg. Das ist nicht die Grenze eines einzelnen Buchmachers, sondern eine übergreifende Obergrenze, die über die Limitdatei von LUGAS durchgesetzt wird. Anbieter dürfen für einzelne Spielerinnen und Spieler höhere Limits festlegen, bis 10.000 € ohne weitere Voraussetzungen, zwischen 10.000 € und 30.000 € für höchstens ein Prozent ihrer aktiven Kundschaft, und nur mit nachweisbarer wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit. Eine Selbsterklärung reicht nicht. Senkungen gelten sofort, Erhöhungen erst nach sieben Tagen.

OASIS ist die bundesweite Sperrdatei nach §§ 8, 8a GlüStV, die bei Registrierung und Login abgefragt wird. Eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn die Person eine Frist nennt, sonst mindestens ein Jahr. Der Panikbutton nach § 6i Abs. 3 löst eine sofortige Sperre von 24 Stunden aus. Paralleles Spielen auf mehreren Konten ist nach § 6h über die Aktivitätsdatei von LUGAS ausgeschlossen.

Was Offshore-Anbieter davon trennt: Sie sind weder an OASIS noch an LUGAS angeschlossen. Wer dort spielt, hat keine deutsche Sperrdatei, kein gemeinsames Einzahlungslimit, keine Auszahlung über ein insolvenzgeschütztes Treuhandkonto nach § 6b Abs. 6 und keinen Rechtsschutz vor deutschen Gerichten. Die Kehrseite der deutschen Erlaubnis: das 1.000-€-Standardlimit, eingeschränkte Live-Märkte, vollständige Verifizierung und Zahlungen ausschließlich vom eigenen Konto. Diese Regeln kosten Flexibilität, dafür steht am anderen Ende der Rechtsschutz.

Bonus und Gratiswette: Was Anbieterwerbung wirklich verspricht

Boni, Gratiswetten und Willkommenspakete gehören zum Standardrepertoire jedes Anbieters. Der GlüStV enthält keine Vorschrift, die Beträge, Umsatzfaktoren oder Mindestquoten für Sportwetten-Boni festlegt; jede Bedingung kommt aus den AGB des jeweiligen Anbieters. Werbeanzeigen dürfen nach § 5 Abs. 7 nur von Erlaubnisinhabern geschaltet werden; das ist auch der Grund, warum man auf den großen Sportrechte-Plattformen fast ausschließlich Anbieter aus der Whitelist sieht.

Was die Werbung verschweigt: Jedes Neukundenangebot ist eine Bedingung mit drei Klauseln, die ins Geld gehen. Erstens der Umsatzfaktor, der bestimmt, wie oft der Bonusbetrag oder der Bonus plus Einzahlung durchgespielt werden muss, bevor eine Auszahlung möglich ist. Zweitens die Mindestquote, die festlegt, welche Wetten überhaupt zum Umsatz zählen, und drittens eine Frist, innerhalb derer die Bedingung erfüllt sein muss. Wer eine dieser drei Klippen übersieht, sieht am Ende den Bonusbetrag storniert und hat unter dem Strich verloren.

Die Gratiswette ist der Sonderfall, den jede Werbung schönredet. Bei einer klassischen Freiwette wird der Einsatz nicht mit dem Gewinn zurückgezahlt. Wer 10 € als Gratiswette auf Quote 3,00 setzt, bekommt im Erfolgsfall 20 € ausgezahlt, nicht 30 €. Das ist der Unterschied zwischen „Freebet“ und einem risikofreien Ersatz, den die Werbung gerne verwischt. Eine Cashback-Variante erstattet in der Regel einen prozentualen Anteil der Nettoverluste innerhalb eines definierten Zeitraums, ausgezahlt als Bonusguthaben mit erneuten Umsatzbedingungen. Ein Boosted-Odds-Angebot erhöht den Preis für einzelne Wetten, oft mit maximalem Einsatz und kurzer Verfügbarkeit, kassiert aber im Verlustfall den vollen Einsatz.

Für Anbieter, die mit „risikofreier Wette“ werben, gilt: Die Erstattung erfolgt fast immer als Freiwette, nicht als Bargeld. Eine Auszahlung des ursprünglichen Einsatzes in Echtgeld ist im deutschen Markt die Ausnahme. Accumulator-Versicherungen erstatten ebenfalls in Form von Gratiswetten, wenn eine Kombination nur knapp scheitert. Die genauen Bedingungen, Mindestquoten pro Auswahl, maximale Bonushöhe und Geltungsbereich, stehen in den AGB des jeweiligen Anbieters.

Zahlung und Auszahlung: Tempo, Wege und die Pflicht zum eigenen Konto

Zahlungen laufen nach § 6b Abs. 4 nur über ein Konto, das auf den Namen der Spielerin oder des Spielers lautet und bei einem Institut nach dem Geldwäschegesetz geführt wird. Anonyme Zahlungsmittel, also Kryptowährungen, anonym aufgeladene Prepaid-Karten oder Gutscheine ohne Identitätsprüfung, sind damit im lizenzierten deutschen Markt ausgeschlossen. Die Whitelist-Pflicht ist der Mechanismus, der Bitcoin und anonyme Paysafecards automatisch aussperrt; wer auf einem GGL-gelisteten Anbieter einzahlt, hat diesen Punkt bereits hinter sich.

Welche konkreten Marken ein Anbieter akzeptiert, ist dessen eigene Entscheidung. In der Praxis findet man auf den meisten deutschen Anbietern Banküberweisung, Sofortüberweisung, Kreditkarte (Visa, Mastercard), PayPal, Klarna und teilweise paysafecard. PayPal ist nicht überall verfügbar, weil PayPal eigene Händlerprüfungen durchführt und die Zusammenarbeit mit lizenzierten Anbietern sucht; ein PayPal-Angebot ist daher auch ein Indikator für den Reifegrad des Anbieters, aber kein Garant für ein höheres Sicherheitsniveau. Die Auszahlung erfolgt nach dem offiziellen Ereignisende auf das zur Einzahlung genutzte Konto.

Die Spielervermögen liegen auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto. Bei Kontoschließung wird das Guthaben nach § 6b Abs. 6-7 innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt. Dauer und Mindestbeträge bei Ein- und Auszahlung schwanken je nach Anbieter; in den meisten Fällen gilt eine Mindesteinzahlung von 5 € bis 10 € und eine Mindestauszahlung von 10 € bis 20 €.

Livewetten und Cash-out: Eingeschränkte Märkte, freiwillige Funktion

Livewetten sind in Deutschland rechtlich enger als in vielen anderen Märkten. Nach § 21 Abs. 4 GlüStV darf während eines laufenden Spiels nur auf das Endergebnis oder auf seltene Ereignisse gewettet werden. „Nächstes Tor“ im Fußball ist zulässig, „nächster Satz“ im Tennis ebenso, „nächster Punkt“ im Tennis oder „nächster Korb“ im Basketball nicht. Wer das volle Live-Programm gewohnt ist, das in Großbritannien oder Malta angeboten wird, bekommt in Deutschland eine kleinere Auswahl zu sehen. Diese Einschränkung gilt für jeden lizenzierten Anbieter gleichermaßen; sie ist kein Qualitätsmerkmal, sondern eine Marktanforderung.

Cash-out ist keine gesetzliche Pflicht und keine behördliche Anforderung, sondern ein Feature, das einzelne Anbieter in ihren Wettschein einbauen. Es erlaubt, eine offene Wette vor dem Ereignisende zu einem vom Anbieter festgelegten Betrag zu schließen. Der Cash-out-Wert ist nicht garantiert, er schwankt mit dem Spielverlauf und kann in Extremsituationen (kurz vor Spielende bei knapper Führung) kurzzeitig verschwinden. Welcher Anbieter Cash-out anbietet und auf welche Märkte, gehört zu den Profilmerkmalen der einzelnen Buchmacher.

Wer auf Tennis oder Fußball live setzen will, sollte vor der Kontoeröffnung prüfen, ob der Anbieter die gewünschten Märkte überhaupt anbietet. Manche beschränken Livewetten auf den 1X2-Markt, andere bieten Handicap, Over/Under und die erlaubten „seltenen Ereignisse“ parallel an. Streams gehören nicht zum Pflichtprogramm, sind aber bei mehreren Anbietern in das Wettkonto integriert oder über die Rechteplattform (DAZN, Sport1) verfügbar, mit der der Anbieter kooperiert.

Vorhersagen und Strategie: Warum „sichere Tipps“ Misstrauen verdienen

Es gibt keine sicheren Sportwetten-Tipps. Wer etwas anderes behauptet, verkauft entweder ein statistisches Modell ohne belastbare Trefferquote oder eine Prophezeiung, die im Nachhinein als Treffer oder Fehlschlag interpretiert wird. Statistik, Formkurven, Verletzungen und Quotenvergleich helfen bei der Bewertung eines Spiels; sie ersetzen nicht die Unvorhersehbarkeit des Sportereignisses selbst. Anbieter, die mit „sicheren Tipps“ oder „sicheren Gewinnen“ werben, verstoßen entweder gegen die Werberegeln des GlüStV oder arbeiten ohne deutsche Erlaubnis.

Strategie besteht aus drei Bausteinen, die nichts Magisches enthalten. Erstens: Quotenvergleich, denn eine Quote von 1,85 statt 1,80 auf dasselbe Ereignis macht über hundert Wetten pro Saison einen Unterschied. Zweitens: Bankroll-Management, also ein fester Bruchteil des Wettkapitals pro Wette, üblich sind ein bis drei Prozent. Drittens: Disziplin bei den erlaubten Märkten, also Verzicht auf jene Wettarten, die in Deutschland nicht angeboten werden. Alles darüber hinaus, von Tippgruppen über algorithmische Prognosen bis zu bezahlten Wettscheinen, gehört in den Bereich, der vom eigenen Bankkonto finanziert wird.

Seriöse Anbieter geben keine Tipps, sondern Werkzeuge: Statistikseiten, Formtabellen, Quotenarchive. Wer bei einem Buchmacher eine Seite mit „Experten-Tipps“ findet, sollte skeptisch sein, denn entweder ist die Seite Marketing und damit im GlüStV grenzwertig, oder sie ist ein Werbe-Modell, das Provisionen pro Registrierung kassiert. Wett-Tipps als Geschäftsmodell sind in Deutschland nur über die AGB des Anbieters abgedeckt, nicht über die Whitelist.

Wettarten und Quoten: Vom Dreiweg bis zur Kombiwette

Das Wettprogramm reicht von der klassischen 1X2-Wette im Fußball über Handicap, Over/Under und Halbzeit-/Endstand bis zu Eckbällen, Karten und Spieler-spezifischen Märkten. Welche Märkte ein Anbieter führt, hängt von der Sportart und der Veranstaltung ab. Eckbälle sind ein fester Bestandteil des Fußball-Wettprogramms; sie sind in Deutschland zulässig, sofern sie im Sportwettprogramm der GGL stehen. Konfiguratoren, mit denen der Spieler eigene Märkte aus mehreren Auswahlen zusammenstellt, sind bei mehreren Anbietern verfügbar, aber nicht bei allen.

Die Quote ist der Preis, den der Anbieter für ein bestimmtes Ergebnis anbietet. Sie wird in Dezimalform angegeben, mit Komma als Trennzeichen, etwa 2,10. Der Auszahlungsschlüssel eines Marktes ist die Summe der reziproken Quoten über alle möglichen Ausgänge: 1 ÷ (1/Quote₁ + 1/Quote₂ + …). Bei einer Zwei-Wege-Wette mit beiden Seiten zu Quote 1,90 ergibt das einen Auszahlungsschlüssel von etwa 94,7 %, was einer Marge von rund 5,3 % entspricht. Die Marge ist das, was der Anbieter pro eingesetzem Euro durchschnittlich einbehält, unabhängig vom Ausgang.

Rechenbeispiel: Bei einer Wette zu Quote 1,90 mit 10 € Einsatz beträgt die Brutto-Rückzahlung im Gewinnfall 19 € (10 € × 1,90), der Nettogewinn 9 € (10 € × (1,90 − 1)). Bei einer Dreiweg-Wette im Fußball (Heimsieg, Unentschieden, Auswärtssieg) addieren sich die Kehrwerte aller drei Quoten zu einem Wert über 1,00; die Marge steigt typischerweise auf 5 % bis 8 %. Die Marge eines Marktes ist nicht die Marge eines anderen, der Auszahlungsschlüssel der Bundesliga ist nicht der der NBA. Quoten, die ein Anbieter für ein bestimmtes Spiel anbietet, lassen sich nicht verallgemeinern.

Der Mindesteinsatz pro Wettschein liegt bei den meisten Anbietern zwischen 0,10 € und 1,00 €. Kombiwetten multiplizieren die Quoten der einzelnen Auswahlen, was den möglichen Gewinn erhöht, aber auch die Marge, da jede Einzelmarge in das Produkt eingerechnet wird. Systemwetten erlauben es, Kombinationen aus einem Pool von Auswahlen zu spielen und auch dann zu gewinnen, wenn nicht alle Treffer sitzen, kosten aber durch die Mehrfachabsicherung mehr Einsatz. Wer Kombiwetten mit fünf Auswahlen zu Quoten um 1,50 spielt, hat am Ende eine Gesamtquote von etwa 7,6, aber eine kombinierte Marge von rund 15 %, weil sich die Einzelmargen multiplizieren.

Sportarten und Turniere: Was die deutschen Anbieter führen

Fußball steht im Wettprogramm jedes lizenzierten Anbieters. Bundesliga, 2. Bundesliga, Champions League, Europa League, Premier League, La Liga, Serie A und die großen Nationalmannschafts-Turniere sind Standard. Tiefe, also Anzahl der Märkte pro Spiel, variiert: Spitzenspiele bieten regelmäßig über 200 Märkte, Partien unterhalb der 3. Liga gelten nach GGL-Praxis als Amateurbereich und sind eingeschränkt.

Basketball, American Football, Tennis, Eishockey und Handball sind bei den meisten Anbietern Standard. American Football mit NFL-Fokus findet sich bei allen größeren Anbietern, mit zunehmender Märkte-Tiefe für die Playoffs und den Super Bowl. Snooker, Darts, Formel 1, Rugby und MMA sind Nischen, die nicht jeder Anbieter gleich tief führt. Wer auf Snooker oder Darts spezialisiert ist, sollte prüfen, ob der Anbieter die gewünschten Turniere überhaupt im Programm hat, da manche Anbieter nur die Mainstream-Events abbilden.

Formel 1 wird bei den meisten Anbietern als Sieger- und Podiumswette angeboten, seltener mit Head-to-Head oder Qualifying-Märkten. Die Saison läuft, der nächste Große Preis steht jeweils aktuell im Wettprogramm. Wintersportarten wie Biathlon und Skispringen sind saisonal verfügbar; im Sommerhalbjahr fehlen sie im Programm. Wer eine bestimmte Sportart regelmäßig spielt, sollte sich einen Anbieter suchen, der genau dort die größte Märkte-Tiefe und die stabilsten Quoten liefert.

Der deutsche Markt ist seit 2021 in Bewegung. Einige Anbieter sind in den letzten zwölf Monaten neu auf die Whitelist gekommen, andere haben ihre Erlaubnis erneuert. Die Erlaubnis selbst ist kein Indikator für die Qualität des Anbieters, sondern dafür, dass er die regulatorischen Anforderungen erfüllt hat, Vollverifizierung, LUGAS-Anbindung, OASIS-Abfrage, Treuhandkonto, eigener Kundensupport in deutscher Sprache. Ein neuer Name auf der Whitelist ist also die Grundbedingung, nicht das Qualitätsurteil.

Was „neu“ tatsächlich heißt, ist unterschiedlich. Manche Marken sind international etabliert und haben lediglich die deutsche Erlaubnis erhalten, andere sind tatsächlich neue Marken mit unbekanntem Hintergrund. Wer einen neuen Anbieter ausprobieren will, sollte drei Punkte prüfen: den Eintrag in der Whitelist, das Impressum mit Betreiberfirma und Sitz, und die AGB mit den konkreten Bonus-, Auszahlungs- und Verifizierungsbedingungen. Eine Curaçao-Lizenz oder ein maltesisches Impressum allein ist in Deutschland kein Gütesiegel.

Vergleich: Zehn lizenzierte Anbieter im Überblick

Die folgende Tabelle zeigt den Whitelist-Status der zehn Anbieter, die im Hauptteil dieses Textes ausführlicher besprochen werden. Stand der Whitelist: 2. Oktober 2026. Eine Erlaubnis bedeutet nicht, dass alle Anbieter identisch sind; Quoten, Märkte, Bonusbedingungen und Live-Funktionen unterscheiden sich erheblich.

Anbieter GGL-Whitelist-Status und Erlaubnisinhaber Sportwetten-Erlaubnis seit
NEO.bet Whitelist, Inhaber: Greenvest Betting Limited 09.10.2020
Tipico Whitelist, Inhaber: Tipico Co. Limited 09.10.2020
Tipwin Whitelist, Inhaber: Tipwin Limited 09.10.2020
DAZN Bet Whitelist, Inhaber: DZBT Operations Limited 22.08.2023
Sportwetten.de Whitelist, Inhaber: NetX Betting Limited 19.11.2020
Betway Whitelist, Inhaber: Betway Limited 09.03.2021
VBet Whitelist, Inhaber: SCGO Limited 05.12.2023
Bet3000 Whitelist, Inhaber: I.B.C. Sportsbetting Limited 22.04.2026
888sport Whitelist, Inhaber: 888 Germany Limited 30.06.2021
bwin Whitelist, Inhaber: bwin (Deutschland) Limited 09.10.2020

Was die Tabelle nicht zeigt: die Folgeerlaubnisse, die nach Ablauf der ersten Fünf-Jahres-Frist nötig sind. NEO.bet, Tipico, Tipwin, Sportwetten.de, Betway, 888sport und bwin haben alle zwischen 2021 und 2024 eine Folgeerlaubnis erhalten, was die regulatorische Kontinuität belegt. Bet3000 ist mit dem 22. April 2026 das jüngste Erstdatum in dieser Liste und befindet sich noch in der ersten Erlaubnisperiode. DAZN Bet (2023) und VBet (2023) liegen dazwischen.

Die Whitelist trägt kein Enddatum, daher lässt sich aus der Liste nicht ablesen, wie lange die aktuelle Erlaubnis noch läuft. Wer ein laufendes Konto hat, kann anhand der Tabelle prüfen, ob sein Anbieter aktuell eingetragen ist, und das ist die Information, die in Streitfällen den entscheidenden Unterschied macht.

Anbieter im Detail

NEO.bet

Auf der Whitelist der GGL ist für NEO.bet die Greenvest Betting Limited als Betreiberin geführt, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 22.12.2022. Damit gehört NEO.bet zur ersten Welle der Anbieter, die unter dem GlüStV 2021 eine deutsche Erlaubnis erhalten haben, und ist seit über fünf Jahren durchgängig reguliert. Die Greenvest Betting Limited sitzt nach den Whitelist-Angaben in Birkirkara, Malta; das ist bei Sportwetten-Anbietern mit deutscher Lizenz der Normalfall, da Malta als EU-Sitz für die Buchmacher-Infrastruktur üblich ist. Wer ein Konto eröffnet, zahlt über die in den AGB genannten Wege ein, die das eigene Konto voraussetzen. NEO.bet positioniert sich seit Jahren als Anbieter mit Quotenboosts und Kombiwetten-Versicherungen; die konkreten Bedingungen stehen in den Aktions-AGB, die vor jeder Teilnahme geprüft werden sollten.

Tipico

Tipico gehört zu den sichtbarsten Marken im deutschen Markt. Die Tipico Co. Ltd. hat ihren Sitz im Portomaso Business Tower in San Ġiljan auf Malta und wurde 2004 von Oliver Voigt, Dieter Pawlik und Mladen Pavlovic gemeinsam mit dem Rechtsanwalt Wolfgang Kuentzle gegründet. Auf der Whitelist ist Tipico mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 09.12.2022 geführt. Tipico ist zugleich der Anbieter, an dem sich die zivilrechtliche Auseinandersetzung um die Rückforderung alter Verluste festmacht: Der BGH hat am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) dem EuGH die Frage vorgelegt, ob Tipico Einsätze aus den Jahren 2013 bis 2018 zurückzahlen muss; Generalanwalt Emiliou hat das in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24) grundsätzlich für möglich gehalten. Was das für aktuelle Tipico-Kunden bedeutet: nichts, die Verfahren betreffen Wetten aus der Zeit vor der deutschen Erlaubnis. Wer heute bei Tipico spielt, spielt unter GlüStV 2021.

Tipwin

Die Tipwin Ltd. ist ein Familienunternehmen mit Geschäftsführer Dr. Damir Böhm. Die GGL-Whitelist führt Tipwin mit Erstdatum 09.10.2020 und Folgeerlaubnissen vom 27.12.2022 und 09.01.2024, was auf eine laufende Aktualisierung der regulatorischen Grundlage hinweist. Tipwin ist im deutschsprachigen Markt traditionell stark im stationären Wettgeschäft und im DACH-Raum verankert; das Online-Angebot firmiert unter Tipwin. Die Marke ist nicht so bekannt wie Tipico oder bwin, gehört aber zu den Anbietern, die in der Bundesliga-Werbung präsent sind, unter anderem als Premium Partner des Deutschen Basketball Bundes. Wer einen Anbieter mit Verwurzelung im deutschen Sport sucht, ist hier richtig; die genauen Quoten- und Bonusbedingungen stehen in den AGB.

DAZN Bet

DAZN Bet wird von der DZBT Operations Limited mit Sitz in MRO Frank Galea Street, ZBG 9019, Zebbug, Malta veranstaltet; die GGL verzeichnet die Sportwetten-Erlaubnis für DAZN Bet seit dem 22.08.2023. Damit ist DAZN Bet einer der jüngeren Einträge auf der Whitelist, nutzt aber die DAZN-Infrastruktur, also die Streaming-Plattform, als Vertriebsweg. Wer DAZN-Kunde ist, findet die Wettfunktion im DAZN-Ökosystem integriert; ein separates Konto ist dennoch erforderlich, da die Whitelist-Pflichten für das Wettkonto gelten und nicht durch das Streaming-Abo erfüllt werden. Neben Sportwetten ist für DAZN Bet in der GGL-Whitelist eine Erlaubnis für Virtuelle Automatenspiele mit dem Erstdatum 24. Juni 2025 verzeichnet, was die Erweiterung des Angebots zeigt.

Sportwetten.de

Die Whitelist der GGL führt für Sportwetten.de die NetX Betting Limited mit Sitz in 170 Pater House, Level 1 (Suite A168), Psaila Street, Birkirkara, Malta. Die Erlaubnis besteht seit dem 19.11.2020 mit einer Folgeerlaubnis vom 16.12.2022. Der Name klingt generisch, ist aber eine eigenständige Marke, die ihren Fokus auf deutschsprachige Kundinnen und Kunden legt. Die Marke positioniert sich mit Quotenboosts, Gratiswetten-Aktionen und einem breiten Fußball-Wettprogramm; die konkreten Konditionen sind in den Aktions-AGB geregelt. Wer einen Anbieter mit klarem Deutschland-Fokus sucht, findet hier ein passendes Profil; der Blick in die AGB vor jeder Bonus-Aktivierung bleibt Pflicht.

Betway

Die GGL-Whitelist führt für Betway.de die Betway Limited als Betreiberin, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.03.2021 und einer Folgeerlaubnis vom 23.12.2022. Zusätzlich ist eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele seit dem 02.10.2026 verzeichnet. Betway gehört zu den international etablierten Marken und ist unter anderem in der Premier League als Wettpartner sichtbar. Die deutsche Erlaubnis stammt vom 9. März 2021, erteilt vom Regierungspräsidium Darmstadt; Betway-Geschäftsführer Anthony Werkman hat die Erlaubnis in einer Mitteilung vom 10. März 2021 bestätigt. Wer einen Anbieter mit internationalem Profil und deutscher Regulierung sucht, hat hier einen Kandidaten.

VBet

Die SCGO Limited, Veranstalterin der Sportwetten unter Vbet.de, hat ihren Sitz im Luxe Pavilion, 2nd Level, Diamonds International Building, Portomaso, STJ 4010, St. Julian’s, Malta. Die GGL verzeichnet die Sportwetten-Erlaubnis für Vbet.de seit dem 5. Dezember 2023. Die SCGO Limited ist in der GGL-Whitelist auch mit der Domain Maxi333 geführt, dort allerdings für Virtuelle Automatenspiele mit Erstdatum 21. Juni 2024. VBet ist international breiter aufgestellt als im deutschen Markt und bringt Erfahrung aus anderen Regulierungsumgebungen mit. Für den deutschen Kunden bedeutet das: ein Anbieter, der die Anforderungen des GlüStV 2021 erfüllt, mit Fokus auf Fußball, Tennis und Basketball.

Bet3000

Bet3000 ist mit dem Erstdatum 22. April 2026 der jüngste Eintrag in dieser Liste. Die I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Lyons Range Court, Flat Nr. 1, Triq Bisazza, SLM 1640, Sliema, Malta ist als Veranstalterin geführt. Damit gehört Bet3000 zu den Anbietern, die erst im Verlauf des 2026 ihre Erlaubnis erhalten haben und sich noch in der ersten Fünf-Jahres-Periode befinden. Die Marke ist im deutschsprachigen Raum seit Jahren im stationären Wettgeschäft aktiv und hat den Schritt in die Online-Lizenz relativ spät vollzogen. Die Tatsache, dass die Erlaubnis erst seit April 2026 besteht, bedeutet nicht automatisch ein höheres oder niedrigeres Risiko, sie ist lediglich ein Hinweis auf die kürzere regulatorische Historie.

888sport

Die 888 Germany Limited betreibt 888sport; die Whitelist-Erlaubnis besteht seit dem 30.06.2021 mit einer Folgeerlaubnis vom 15.12.2022. Die 888 Holdings PLC mit Sitz in Gibraltar ist die Holdinggesellschaft der 888-Gruppe und seit September 2005 an der London Stock Exchange notiert. 888sport gehört damit zu den Anbietern mit börsennotiertem Hintergrund, was eine zusätzliche Offenlegungspflicht bedeutet. Für den deutschen Markt bedeutet die Erlaubnis seit 2021, dass der Anbieter den vollen GlüStV-Anforderungen unterliegt, OASIS-Anbindung, LUGAS-Limit, eigene Kontoführung. Die Marke ist im internationalen Sportmarketing sichtbar, etwa durch Sponsoring im Snooker und Rugby.

bwin

bwin gehört zu den ältesten Marken im Online-Sportwetten-Markt überhaupt. Das Land Sachsen widerrief am 10. August 2006 die Erlaubnis von bwin; am 13. Dezember 2007 bestätigte das OVG Bautzen, dass die 1990 erteilte DDR-Erlaubnis weiterhin gültig sei. Diese Historie gehört zur Vorgeschichte des deutschen Marktes und ist heute nur noch historisch relevant. Aktuell führt die Whitelist der GGL die bwin (Deutschland) Limited mit Sitz in Gzira, Malta, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 23.12.2022. bwin positioniert sich mit umfangreichem Livewetten-Programm, einer breiten Sportarten-Auswahl und Quotenboosts; die genauen Bedingungen stehen in den AGB. Wer einen etablierten Anbieter mit großer Markenbekanntheit sucht, ist hier richtig.

Was die Wettsteuer tatsächlich kostet

Die Wettsteuer, offiziell Sportwettensteuer nach §§ 16-25 RennwLottG, beträgt 5,3 % auf der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“ (§§ 17, 18). Das ist nicht 5,3 % des Einsatzes, sondern 5,3 % auf den Einsatz minus Steuer, was rechnerisch etwa 5,03 % des eingezahlten Betrags ergibt (5,3 ÷ 105,3). Schuldner ist der Veranstalter, also der Anbieter, nicht der Spieler (§ 19). Ob und wie der Anbieter die Steuer an die Spieler weitergibt, ist seine eigene Entscheidung; manche Anbieter ziehen die Steuer direkt vom Einsatz ab, andere übernehmen sie und reduzieren stattdessen die Quote, wieder andere schlagen sie nur auf Gewinne auf.

Wer einen Wettschein zu Quote 2,00 mit 10 € Einsatz platziert und die Steuer vom Einsatz abgezogen bekommt, hat effektiv 9,50 € eingesetzt. Die Brutto-Rückzahlung im Gewinnfall bleibt 20 € (9,50 × 2,00), der Nettogewinn 10,50 € statt 10 € bei vollem Einsatz. Bei Anbietern, die die Steuer nicht weitergeben, bleibt der Einsatz 10 €, die Quote 2,00, der Gewinn 10 €. Die Steuer ist also keine Petitesse, sondern eine reale Größe, die zwischen Anbietern mit unterschiedlichen Modellen einen Quotenunterschied von einem Prozent erzeugt.

Wer wissen will, wie sein Anbieter mit der Steuer umgeht, findet die Antwort in den AGB oder im Hilfecenter. Eine pauschale Aussage „Die Wettsteuer trägt der Anbieter“ gilt für keinen der hier besprochenen Anbieter pauschal, da jeder Anbieter ein eigenes Modell hat. Wichtig ist: Die Zahlung der Wettsteuer durch einen Anbieter ist kein Nachweis für eine deutsche Erlaubnis, sie gilt auch für Offshore-Anbieter, die in Deutschland operieren. Nur die Whitelist-Erlaubnis ist der Beleg.

Auszahlung und Kontoschließung: Was passiert mit dem Restguthaben

Wer ein Konto bei einem lizenzierten Anbieter schließt, hat nach § 6b Abs. 6-7 GlüStV Anspruch auf Auszahlung des Restguthabens innerhalb von fünf Werktagen, ohne Gebühren. Das ist die gesetzliche Frist, die für jeden Whitelist-Anbieter gilt. Die meisten Anbieter zahlen schneller aus, oft innerhalb von 24 bis 48 Stunden, sofern das Konto vollständig verifiziert ist und keine offenen Bonusbedingungen laufen.

Wichtig ist der Zeitpunkt: Wer ein Konto mit noch laufendem Bonus schließt, riskiert die Stornierung des Bonus und damit einen Teil des Guthabens. Wer eine Auszahlung beantragt, während eine Auszahlungsanforderung wegen Bonusumsatz blockiert ist, bekommt die Auszahlung erst nach Erfüllung der Bedingung oder nach Stornierung des Bonus. Die Auszahlung erfolgt grundsätzlich auf das zur Einzahlung genutzte Konto, was die Pflicht zum eigenen Konto nach § 6b Abs. 4 noch einmal unterstreicht.

Treuhandkonto bedeutet: Das Geld der Spielerinnen und Spieler liegt nicht auf dem Geschäftskonto des Anbieters, sondern auf einem separaten Konto, das im Insolvenzfall geschützt ist. Geht der Anbieter pleite, ist das Spielerguthaben nicht Teil der Insolvenzmasse. Diese Konstruktion ist in der deutschen Erlaubnis verpflichtend und gilt für jeden Whitelist-Anbieter.

Was bleibt: Auswahl nach Profil, nicht nach Werbeversprechen

Wer unter den zehn hier vorgestellten Anbietern wählt, sollte drei Fragen beantworten. Welche Sportarten und Märkte sind mir wichtig? Welche Zahlungswege nutze ich ohnehin? Wie viel Bonusumsatz möchte ich leisten, und ist mir eine Gratiswette lieber als ein Einzahlungsbonus mit Umsatzfaktor?

Tipico, bwin und 888sport sind die Marken mit der größten Bekanntheit im Massenmarkt; ihre Quoten liegen im Mittelfeld, die Bonusaktionen sind umfangreich, der Support ist etabliert. NEO.bet und Sportwetten.de sind kleiner positioniert, dafür mitunter mit aggressiveren Quotenboosts. Betway und DAZN Bet bringen internationale Profile mit; DAZN Bet profitiert zusätzlich von der Streaming-Plattform. Tipwin und Bet3000 kommen aus dem stationären Wettgeschäft und sind in der Bundesliga-Werbung sichtbar. VBet ist die jüngere internationale Marke, die in Deutschland noch wächst.

Wer auf Esports wetten will, hat auf keinem dieser Anbieter eine legale Option. Wer auf den nächsten Punkt im Tennis oder den nächsten Korb im Basketball live wetten will, ebenfalls nicht. Wer das gemeinsame 1.000-€-Limit als zu eng empfindet, hat auf keinem lizenzierten Anbieter eine legale Alternative; die Erhöhung auf bis zu 30.000 € ist nur mit nachweisbarer wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit möglich. Die Kehrseite dieser Einschränkungen: Rechtsschutz, OASIS, LUGAS, Treuhandkonto und die Wettsteuer-Klarheit der § 16-25 RennwLottG. Das ist der Handel, den das deutsche System verlangt.

Häufige Fragen

Welche Sportwetten-Anbieter haben in Deutschland eine gültige Erlaubnis, und wo ist die Liste einsehbar?

Eine gültige Erlaubnis haben ausschließlich Anbieter, die auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) geführt werden, abrufbar auf der Webseite der Behörde. Der Stand vom 2. Oktober 2026 listet 30 Einträge mit Sportwetten- oder Pferdewetten-Erlaubnis, darunter die zehn in diesem Text vorgestellten Marken. Eine .de-Domain allein beweist keine Erlaubnis, nur der Whitelist-Eintrag der konkreten Domain.

Welcher Anbieter ist der beste, und nach welchen Kriterien lässt sich das überhaupt beurteilen?

„Bester“ Anbieter ist keine universelle Kategorie, sondern ein Profil. Kriterien sind Quoten und Marge, Märktetiefe in der eigenen Lieblingssportart, Livewetten-Funktionen, Zahlungswege, Bonusbedingungen sowie die Verfügbarkeit von Cash-out. Wer viel live auf Fußball setzt, hat andere Anforderungen als jemand, der auf Snooker oder Darts spezialisiert ist. Die Tabelle in diesem Text liefert die regulatorische Seite, die Profilbildung muss jede Spielerin und jeder Spieler selbst leisten.

Welcher Anbieter bietet Cash-out an, und warum gibt es keine gesetzliche Regel?

Cash-out ist eine freiwillige Funktion, die einzelne Anbieter in ihren Wettschein einbauen; der GlüStV 2021 enthält keine Vorschrift, die Cash-out vorschreibt oder verbietet. Welche Anbieter Cash-out anbieten, auf welche Märkte und in welchen Spielphasen, gehört zu den Profilmerkmalen der Buchmacher. Die Whitelist informiert über die Erlaubnis, nicht über die Funktion.

Was bedeutet es, wenn ein Anbieter mit „ohne OASIS“ oder „ohne LUGAS“ wirbt?

Solche Anbieter sind nicht an die deutsche Sperrdatei OASIS und nicht an die Limit- und Aktivitätsdatei LUGAS angeschlossen, weil sie keine deutsche Erlaubnis besitzen. Sie sind nach § 4 Abs. 1 GlüStV unerlaubt; das bedeutet: kein gemeinsames 1.000-€-Limit, kein deutscher Rechtsschutz, kein Treuhandkonto, keine Auszahlung nach § 6b Abs. 6-7. Wer dort spielt, spielt außerhalb der deutschen Regulierung, mit allen Konsequenzen im Streitfall.

Wie hoch ist die Sportwettensteuer von 5,3 %, und wer trägt sie bei der Auszahlung?

Die Wettsteuer nach §§ 16-25 RennwLottG beträgt 5,3 % auf der Bemessungsgrundlage „Einsatz minus Steuer“, rechnerisch etwa 5,03 % des eingezahlten Betrags. Schuldner ist der Veranstalter, also der Anbieter, nicht der Spieler (§ 19). Ob und wie der Anbieter die Steuer weitergibt, ist seine Entscheidung, manche ziehen sie vom Einsatz ab, andere reduzieren die Quote, manche schlagen sie auf den Gewinn auf. Private Wettgewinne sind steuerlich nicht abschließend geregelt; im Zweifel gilt: Steuerberatung fragen.

Warum gilt ein Einzahlungslimit von 1.000 € im Monat über alle Anbieter hinweg?

Das gemeinsame Einzahlungslimit ist Teil des deutschen Spielerschutz-Systems nach § 6c Abs. 1 GlüStV und wird über die Limitdatei von LUGAS technisch durchgesetzt. Es gilt nicht pro Anbieter, sondern kumulativ über alle lizenzierten Anbieter hinweg, sodass eine Aufteilung auf mehrere Konten das Limit nicht umgeht. Eine Erhöhung ist nur mit nachweisbarer wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit möglich, und zwar bis 10.000 € ohne Hürde, darüber nur für maximal ein Prozent der aktiven Kundschaft eines Anbieters.

Erstellt vom Redaktionsteam „Wettstartbonus”.

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